In 2013 wird auf der Bucking S Ranch keine Gästesaison stattfinden. Die Ranch ist für das restliche Jahr 2012 und für das gesamte Jahr 2013 geschlossen. Die Besitzer Dan Cochran und Silke Simon werden in dieser Zeit über eine mögliche Repositionierung der Ranch entscheiden. Ende 2013 können Sie sich gerne hier über Neuigkeiten zu unserer Gästeranch und einer möglichen Saison in 2014 erkundigen.

Urlaub im Wilden Westen


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Zu Besuch auf der Bucking S. Ranch in Wyoming

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Na ja, die politischen und gesellschaftlichen Realitäten ziehen mittlerweile da durchaus Grenzen. Unbestritten aber gehören die Vereinigten Staaten zu den schönsten und vielfältigsten Urlaubsländern der Welt. Und wenn es um Reiterferien geht, gibt es definitiv nichts Vergleichbares. Wie jedes Jahr tauschte tz-Chefredakteur Karl Schermann 14 Tage lang den Bürostuhl mit dem Sattel - und kam begeisterter denn je von seinem Ranch-Urlaub im Wilden Westen zurück.

Warum immer wieder die USA?

Nach vielen Jahren Reiterferien in Europa eröffnet das Western-Reiten in den Staaten noch einmal völlig andere Dimensionen: Man träumt nicht nur von den unbegrenzten Möglichkeiten im Sattel, man lebt sie. Man spielt nicht nur Cowgirl oder Cowboy, man wird, wenn man denn will, auf einer Ranch binnen Kürze zum geschätzten Mitarbeiter.

Wie muss man sich so eine Ranch vorstellen?

Es gibt verschiedene Ranch-Arten in den USA. Zum einen die großen Gäste-Ranches, die eigentlich eher luxuriösen Hotels gleichen. Mit Swimmingpool, Kinderbetreuung, abendlichem Unterhaltungsprogramm und einem eher touristischen Angebot für Pferdefreunde. Zum anderen die reinen Working Ranches mit zumeist sehr einfachen Unterkünften und einem richtigen Arbeitstag im Sattel. Dazwischen gibt es Angebote wie die Bucking S. Ranch. Das ist eine Working Cattle und Guest Ranch. Hier fühlt sich der Urlauber zwar auch bald wie ein richtiger Cowboy, muss aber auf seinen gewohnten Luxus nicht verzichten.

Wo liegt die Bucking S. Ranch? Wie sind die Unterkunft und das Essen?

Die Bucking S. Ranch liegt fast 2000 Meter hoch in den Ausläufern der Rocky Mountains im Bundesstaat Wyoming, abseits jeglicher Teerstraßen. Die nächste größere Stadt, Casper, ist eineinhalb Stunden entfernt. Nach Alaska ist Wyoming der am dünnsten besiedelste Bundesstaat der USA. Zum Vergleich: In Deutschland leben 231 Menschen auf einem Quadratkilometer, in Wyoming nur 5,2. Natur pur also, soweit das Auge reicht. Auf der Bucking S. Ranch gibt es zwei wunderschöne Holzblockhäuser für maximal zehn Gäste, alle vier Zimmer haben jeweils ein privates Bad. Jenseits eines kleines Baches liegt das nicht minder traumhafte Ranch-Haus, wo an einem großen Tisch morgens, mittags und abends gemeinsam (und auch für europäisch verwöhnte Gaumen ganz hervorragend) gespeist wird.

Wie sieht so ein Ranch-Tag aus?

Nach dem Frühstück, gewöhnlich um 7.30 Uhr, geht es ohne Umschweife zu den Pferden - und dann ab nach Osten, Norden, Süden oder Westen. Mal müssen vermisste Rinder gesucht werden, mal gilt es eine Herde von einer Weide auf die andere zu treiben, mal müssen Zäune kontrolliert oder repariert werden und manchmal reitet man auch nur aus reiner Freude. Auf der Ranch von Silke Simon, einer ausgewanderten Deutschen, die sich in Wyoming mit ihrem Partner Dan einen Lebenstraum erfüllt hat, werden die Rinder auf 40 000 acres geweidet – eine Fläche, die dreimal größer ist als der Starnberger See. Und rundherum ist public land, also öffentliches Land. Berge, Schluchten, Seen, kleine Wälder oder auch ebene Savanne, über die man im Galopp fliegt – an Grenzen stößt man nie. Mittags geht es dann entweder kurz nach Hause, oder man holt sein Lunch-Paket aus der Statteltasche. Oder man übernachtet gleich in den Bergen. Mit echter Western-Romantik am Lagerfeuer und dem Jaulen der Kojoten als Morgenwecker. Mindestens sechs Stunden im Sattel saßen wir täglich. Einmal brachten wir unsere wunderbaren vierbeinigen Freude aber auch erst nach zwölf Stunden mit einem verdienten Klapps aufs Hinterteil zurück auf die Weide. So ein Rindertrieb ist eine langwierige, schweißtreibende, staubige, aufregende Geschichte. Aber wer will, kann auch auf der Ranch bleiben, im Whirlpool dösen oder eine Partie Billard spielen (dann jedoch garantiet mit sich allein, denn freiwillig zu Hause bleibt keiner).

Wie gut muss man Reiten können und wie alt sollte man sein?

Eine Ranch mit mehr als 1000 Rindern ist kein Kinderspielplatz; mindestens acht Jahre alt sollte man auf der Bucking S. Ranch deshalb sein. Die meisten Gäste sind jedoch Erwachsene oder Familien mit Kindern, die schon im Teenager-Alter sind (es werden aber auch reine Erwachsenen- oder auch reine Cowgirl-Wochen angeboten). Übrigens: Wer noch nicht sattelfest ist, wird es schnell werden. Jarrod, der 26 Jahre alte Cowboy, ist ein prima Lehrmeister und unter den 25 bestens ausgebildeten Pferden sind auch ein paar geduldige, die selbst Anfänger gerne und sicher durch die raue Bergwelt tragen.

Wie sehr muss (oder darf) ich mich um mein Pferd kümmern?

Alle Pferde grasen nachts auf einer riesigen Weide und werden morgens vom Ranch-Cowboy eingefangen und in der Regel auch schon geputzt. Die meisten Reiter satteln ihr Pferd dann selbst und kümmern sich um ihren vierbeinigen Freund, bis er abends wieder auf die Weide darf. Sonntags, gewöhnlich der Tag der An- und Abreise, haben Tier und Mensch einen verdienten Ruhetag.

Welche Tiere leben in dieser Gegend?

Neben den drei Ranch-Hunden und ihren 15 befreundeten Schmuse-Katzen sieht man die majestätischen Adler sowie Bussarde und Kolibris. Außerdem Wapiti-Hirsche, Rehe, Antilopen, Hunderte von Päriehunden, Hasen, Kojoten und immer wieder auch mal Klapperschlagen, um die man besser einen großen Bogen reitet. Berglöwen gibt es zwar, aber wir hatten nicht das Glück, die überaus scheuen Tiere zu sehen.

Was kostet ein Ranch-Urlaub?

Ganz billig ist das auf den ersten Blick nicht. Auf der Bucking S. Ranch kostet eine Woche pro Gast 1290 Dollar. Verglichen mit anderen Angeboten und dem, was letztlich geboten wird, ist es aber dennoch nicht zu viel. Für verlängerte Aufenthalte, Frühbucher, Jugendliche und Kinder gibt es zudem Ermäßigungen. Im Preis enthalten ist dafür alles: vom Pferd bis zum Nachtisch und zur Cola. Nur sein Bier (oder den Wein) muss man sich selbst mitbringen. Hinzu kommen natürlich die Flugkosten. Lufthansa zum Beispiel fliegt direkt von Frankfurt nach Denver. Dort nimmt man sich entweder einen Mietwagen und fährt die rund fünf Stunden zur Bucking S. Ranch, oder man bucht den kurzen Weiterflug nach Casper und lässt sich dort abholen. Wir besuchten auf der Rückfahrt noch den eindrucksvollen Rocky-Mountain-Nationalpark, vor oder nach dem Ranch-Aufenthalt bietet sich aber auch eine Verlängerungswoche im Yellowstone National Park an. Saison auf der Bucking S. Ranch ist übrigens von Mitte Mai bis Mitte Oktober.

Wo kann man buchen?

Entweder direkt bei Silke Simon in den USA, Telefon 001-307-325-6280 (Internet www.buckingsranch.com) oder in Deutschland über Steffi Pilz (Telefon von Montag bis Donnerstag, immer nur abends, unter 030-4456269. Internet: www.ranchurlaub.de. Die Bucking S. Ranch ist zudem im Nordamerika-Katalog von Thomas Cook und bei Argusreisen zu finden.

Das Fazit des Autors

Wer seinen Urlaub ohne Fernseher und Handy (kein Empfang) verbringen will, inmitten unverfälschter, wirklich traumhafter Natur, wer Pferde, Hunde und Katzen liebt und keine Angst vor Rindern und Klapperschlangen hat, wer trotz der einsamen Bergwelt Wert auf ein ansprechendes Ambiente und gutes Essen (danke, Brenda, du beste aller Köchinnen) legt, wer frei und doch umsorgt sein will, für den ist die Bucking S. Ranch der ideale Platz. "Jedes Jahr ein neues Abenteuer auf einer neuen Ranch", diesem Grundsatz jedenfalls werde ich 2006 untreu. Schwer vorstellbar nämlich, dass es irgendwo noch schöner sein kann als auf der Bucking S. Ranch. Vielleicht sehen wir uns ja...


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